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Der Maastrichter Vertrag

Der Maastrichter Vertrag ist einer der wichtigsten Schritte auf dem Weg zur europäischen Integration. Er wurde am 7. Februar 1992 in der niederländischen Stadt Maastricht vom Europäischen Rat unterzeichnet. Nach der Ratifikation durch die Parlamente der Mitgliedsstaaten, teilweise auch durch Volksabstimmungen, trat dieser am 1. November 1993 in Kraft.
Der Maastrichter Vertrag ist die Grundlage zur Gründung der Europäischen Union (EU). Mit dem Maastrichter Vertrag wurde die EU zu einer supranationalen Vereinigung, die auf drei Säulen beruht: der Europäischen Gemeinschaft, der justizielle und polizeiliche Zusammenarbeit in Europa und einer gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik.

Vorgeschichte

Der Zusammenbruch des Kommunismus, die absehbare Wiedervereinigung Deutschlands sowie der Wunsch politische Fortschritte zu sichern und weiterzuentwickeln trugen entscheidend zur Einberufung von zwei Regierungskonferenzen bei. In der einen Konferenz wurde über eine Wirtschafts- und Währungsunion diskutiert, in der anderen über eine politische Union. Teilgenommen haben Vertreter der Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG).
Schließlich wurde im Jahr 1990 vom Europäischen Rat eine Sachverständigenkonferenz einberufen, die prüfen sollte, ob zur Stärkung der europäischen Integration eine Änderung der Verträge der EWG notwendig sei.
1991 wurden die Verhandlungen beim Gipfeltreffen von Maastricht abgeschlossen.
1992 wurde schließlich der Maastrichter Vertrag geschlossen.

Inhalte des Maastrichter Vertrags

  • Währungs- und Wirtschaftsunion
  • gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik
  • Unionsbürgerschaft
  • Demokratisierung
  • Zusammenarbeit in der Innen- und Rechtspolitik
  • gemeinsame Sozialpolitik

Das wahrscheinlich bedeutendste und am besten realisierte Ziel des Maastrichter Vertrags ist die gemeinsame Währungs- und Wirtschaftspolitik.
Es wurde beschlossen, dass zwischen 1997 und 1999 eine gemeinsame Währung, der Euro, eingeführt werden soll. Es wurden die sogenannten Konvergenzkriterien ausgearbeitet. Wenn ein Land diese erfüllt, muss es der Eurozone beitreten. Nur Dänemark und Großbritannien erhielten das Recht, den Zeitpunkt des Eintritts in die Eurozone selbst zu bestimmen.
Der Euro soll den europäischen Binnenhandel erleichtern, da Wechselgebühren entfallen. Davon profitieren vor allem die europäischen Ex- und Importnationen und deren Wirtschaft.
Die Wirtschaft wurde außerdem durch die Zollunion gestärkt, deren Grundlage der Maastrichter Vertrag ist. Zölle und Einfuhrkontingente zwischen den Staaten der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft/Union, wurden abgeschafft und ein Einheitszoll für Waren aus Drittstaaten eingeführt. Die Auswirkungen der Zollunion waren sehr positiv. Nach ihrer Einführung konnte beobachtet werden, dass der Binnenhandel und der Handel mit Drittstaaten sehr stark angestiegen ist.

Auswirkungen des Vertrags

Der Maastrichter Vertrag hat sowohl positive als auch negative Auswirkungen. Beispielsweise garantiert er einerseits Freizügigkeit für die Bürger der EU-Mitgliedsstaaten, andererseits kann man große Wanderungsbewegungen aus den ärmeren, meistens agrarisch geprägten Mitgliedsstaaten in die Industrienationen der Union erkennen. Dies führt zu sozialen Problemen in den jeweiligen Staaten.
Wegen der Wirtschafts- und Währungsunion sind die Mitgliedsstaaten außerdem sehr stark von der Wirtschaft anderer Mitgliedsstaaten abhängig. Probleme innerhalb eines Staates können sich auf alle Staaten der Gemeinschaft auswirken.
Trotz dieser Probleme war der Vertrag von Maastricht einer der wichtigsten Schritte zur Integration Europas. Die Wirtschaft hat enorm von ihm profitiert und die Gefahr von kriegerischen Auseinandersetzungen innerhalb Europas konnten wegen den engen Verknüpfungen zwischen den Mitgliedsstaaten auf ein Minimum reduziert werden.